Der National Novel Writing Month – Eine echte Herausforderung

Schon seit vielen Jahren gibt es in den USA diese Institution. Im November werden Autoren herausgefordert, einen Roman mit 50.000 Wörtern Länge zu verfassen. Sie haben die 30 Novembertage dafür Zeit. Inzwischen ist aus dem „National …“ ein inoffizieller „International … geworden.
Zum ersten Mal habe ich mich dieser Challenge gestellt. Die liebe Annika Bühnemann von „Vom Schreiben leben“ hat mich mit ihrem Vorbereitungskurs auf die Idee gebracht. Eigentlich dachte ich, dass ich das niemals schaffen könnte. Doch mit der richtigen Vorbereitung und Motivation hat es geklappt.
Nun hatte ich durch die Teilnahme an der Buchmesse Berlin, die immer im November stattfindet und privaten Terminen (Geburtstage meiner Lieben), weniger Tage zur Verfügung und musste mein Tagessoll hochfahren. Ich habe berechnet, dass mir vier volle Tage fehlen würden und habe statt der rund 1670 Wörter, die als Mittel täglich geschafft werden müssen, 2000 angesetzt.

Weil ich diese Vorgabe voll im Blick hatte, habe ich mir ein schönes Polster erarbeitet und trotz der vier schreibfreien Tage das Ziel einen Tag früher als nötig erreicht.

Meine Erfahrungen

Annikas Tipps führten dazu, dass ich mir einen Zeitplan gemacht habe. Die Schreibzeit habe ich fest eingeplant und auch die alltäglichen Pflichten berücksichtigt. Während der Schreibzeit bin ich offline geblieben, damit mich nichts ablenkt. Telefonate nahm mein lieber Mann Martin entgegen, damit ich mich konzentrieren konnte. Außerdem hat er fast alle Nachmittagsgassirunden mit unserer Joy übernommen.
Danke dafür, Martin! Ohne deine Unterstützung wäre alles viel schwerer geworden.
Außerdem gab Annika uns Kursteilnehmern wertvolle Hinweise zum Plotten. Damit bin ich mit einem konkreten Plan ins Rennen gegangen, was viel zur Konzentration beigetragen hat. Recherchiert hatte ich vorher, sodass mich dies keine Zeit kostete.
Ich hatte außerdem einen Begleitkurs bei Annika gebucht, was bestimmt eine der besseren Ideen in meinem Leben war. Jeden Tag kam eine E-Mail mit tollen Tipps, die mich wirklich weitergebracht haben und mir in Zukunft bei der Projektplanung helfen werden.
Während des Schreibens fand ich in einer dazugehörigen Facebookgruppe Unterstützung. Die Mitglieder haben sich gegenseitig fabelhaft angefeuert, getröstet und beglückwünscht. Dies war eine besondere Erfahrung.
Ja, und ich schaffte es, jeden Tag das zu tun, was nötig war, um meinem Ziel näherzukommen. Ich hatte einen geregelten Arbeitstag und Feierabend. Das hat mir sehr gutgetan, denn seit meiner Pensionierung fehlte mir eine Tagesstruktur. Nun werde ich dies weiterführen.
Was hat mir die Teilnahme gebracht? Ich habe gelernt, was ich schaffen kann, wenn ich nur will. Die Bedeutung einer Tagesstruktur wurde deutlicher. Ich werde sie in den Alltag integrieren. Wie schön es ist, wenn man sagen kann: „Ich habe Feierabend!“, habe ich seit langer Zeit wieder erlebt und will dies fortführen. Mein Schubladenprojekt hat enorme Fortschritte gemacht.
Ich habe auch gelernt, was mir nicht liegt: Einfach drauflos zu schreiben, ohne mich um die Richtigkeit des Textes zu kümmern. Mein besonderer Blick für Tippfehler behindert mich dabei. Wenn ich einen entdeckt habe, muss ich ihn korrigieren, sonst lenkt er mich vom Weiterschreiben ab. Also: Ich brauche mehr Zeit, als diejenigen Autoren, die sich Korrekturen für die Überarbeitungsphase aufheben. Diese Arbeitsweise erschwert es mir, die erforderliche Zahl an Wörtern zu erreichen. Dafür wird die anschließende Überarbeitung weniger aufwendig.
Doch man braucht eine gute Kondition, um 30 Tage am Stück die Konzentration hochzuhalten. Ich war am Ende froh, dass es zu Ende war, und habe mich am 30. November gründlich entspannt. Doch was ich an Motivation gewonnen habe, ist wirklich überraschend.

Mein Buch

Das Buch „Der Geist des Grizzlytals“, das ich verfasst habe, ist ein älteres Projekt, das längere Zeit in der Schublade geschlummert hat. Ein Roman, in dem ein Buch die Hauptrolle spielt. Bisher hatte ich lediglich dieses geschrieben: ein Tagebuch und Biografie der Protagonistin aus den 1850er Jahren. Es ist ein abenteuerlicher und dramatischer Schicksalsbericht. Im #nanowrimo habe ich die Rahmengeschichte begonnen, die im Wesentlichen eine Romanze ist.
In der Überarbeitung muss ich die Puzzleteile zusammenfügen. Das wird noch mal aufwendig.
Worum dreht sich die Story?

Josh ist ein Ranger im Shoshone-National-Forest in Wyoming/USA. Auf einem Kontrollritt stößt er auf ein bisher nicht erforschtes Tal, in dem sich die Reste einer Hütte befinden. Im gemauerten Kamin entdeckt er ein altes, handschriftlich verfasstes Buch, das zu verfallen droht.
Er sucht eine Buchhändlerin auf, die es ebenfalls spannend findet. Sie konserviert den Text und erschließt ihn. Während die beiden den dramatischen Bericht aus der Wild-West-Zeit lesen, kommen sie sich näher.
Doch die junge Frau entwickelt sich in eine Richtung, die Josh missfällt. Finden sie trotzdem zusammen?

 

2 Kommentare


  1. Liebe Monika, ich finde es toll, dass Du so einen genauen Ablaufplan Deiner NaNoWriMo Zeit geschrieben hast und mit uns teilst. Es geht mir wie Dir: die Tippfehler oder auch Strukturfehler muss ich möglichst gleich korrigieren. Aber nächstes Jahr würde ich gern wieder mitmachen und es dann anders machen. Ausserdem habe ich dieses Jahr erst an Tag drei begonnen, das hat mich auch ins Hintertreffen gebracht.

    Dein Projekt hört sich sehr interessant an und ich wünsche Dir viel Erfolg damit! Liebe Grüße!

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    1. Liebe Gerwine!
      Ich freue mich über deine Antwort und erkenne, dass ich mich viel zu wenig um meinen Blog kümmere. Das Vorherplanen hat mir sehr geholfen. Allerdings harrt das Buch noch immer seiner Vollendung, weil gerade andere Projekte Vorrang haben. Nächstes Jahr will ich auch wieder teilnehmen.

      Antworten

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